Oft meint man ja, dass in den Wintermonaten auf dem Beet und im Garten Ruhe sei. Doch selbst bei Minusgraden kann der Garten frische Nahrungsmittel für uns bereithalten. Als Beispiel seien hier nur der Grünkohl, Meerrettich und Tobinambur erwähnt.



Grünkohl
Im Norden ein „Must have“ im den Wintermonaten. Grünkohltradition ist ein vor allem in Norddeutschland (Bremen, Oldenburg, Ostfriesland) tief verwurzelter Brauch, der geselliges Beisammensein mit deftigem Essen verbindet. Von November bis März wandern Gruppen, oft mit Bollerwagen, zum „Kohlessen“, um Grünkohl mit Pinkel, Kasseler und Kartoffeln zu genießen.
Ernten kann man das grüne Gewächs am besten in den kalten Monaten nach dem ersten Frost. Am ertragreichsten ist die Ernte von unten nach oben, wobei nur die äußeren, größeren Blätter einzeln abgeschnitten oder gepflückt werden, damit das Herz weiter wächst.
Dann bleibt nur noch den Grünkohl waschen und ab in den Topf zum kochen – Rezepte dafür gibt es jede Menge. Ein Beispiel für die klassische Zubereitung findest du hier

Tobinambur
Topinambur (Helianthus tuberosus), eng verwandt mit der Sonnenblume, ist ein gesundes Wurzelgemüse mit nussigem Geschmack, das reich an präbiotischem Inulin ist. Die nährstoffreiche, kalorienarme Knolle eignet sich ideal für Diabetiker und eine bewusste Ernährung, da sie den Blutzuckerspiegel kaum beeinflusst. Sie ist vielseitig roh, gekocht oder gebraten verwendbar.
Überlebende einer Hungersnot unter französischen Auswanderern in Kanada/Nordamerika schickten 1610 einige der unbekannten Knollen, die ihnen das Leben gerettet hatten, nach Europa. So kam sie auch 1612 nach Paris sowie in den Vatikan als Sammelplatz für Wunder aller Art. In Frankreich wurde die „Indianerkartoffel“ nach einem indigenen Volk Brasiliens, den Tupinambá, dessen Vertreter gerade zufällig zu Besuch waren, benannt; daher Topinamb(o)ur.


Die Knollen verstecken sich 15 bis 30 cm tief in der Erde – bei Bodenfrost oft eine kleine Herausforderung bis dahin mit Spaten und Schaufel vorzudringen. Aber die Mühe lohnt sich.
Die Knollen abnehmen und zu Hause abwaschen. Rezepte für Tobinambur sind vielseitig – am einfachsten ist die Zubereitung, wenn man die kleinen Knollen in dünne Scheiben schneidet und gemeinsam mit etwas Knoblauch und Petersilie in Olivenöl glasig anbraten lässt.
Meerrettich
Zu Meerrettich kannst Du hier einiges erfahren.

